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Ernährung der Kornnatter (Pantherophis guttatus)

babymaus
Kornnatter frisst Babymaus
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In der freien Natur fressen Kornnattern Echsen, Skinke, Mäuse, kleine Ratten, kleine Kaninchen, Fledermäuse und Vögel. Kornnattern im Terrarium werden meist mit Mäusen oder kleinen Ratten gefüttert. Dabei wird natürlich die Größe der Futtertiere der Größe der Kornnatter angepasst. Kleine Kornnattern bekommen Babymäuse, adulte Kornnattern fressen große Mäuse oder kleine Ratten.

Ein großer Vorteil der Kornnatter ist, dass sie meist auch tote Futtertiere annimmt. So kann man sich einen Vorrat an Futtertieren anschaffen und im Gefrierschrank lagern. Allerdings sollte man Futtertiere nicht länger als 1 Jahr eingefrieren. Vor dem Verfüttern ist das Futtertier aufzutauen. Am besten geht das mit warmem Wasser. Hier sollte man aber aufpassen, dass das Wasser nicht zu heiß ist, da es sonst passieren kann, dass das Futtertier aufplatzt und das stinkt gewaltig.

Vor dem Verfüttern prüft man, ob das Futtertier auch wirklich richtig aufgetaut ist. Ist die Maus innen noch gefroren, dann kann es passieren, dass die Kornnatter sie wieder ausspeit.

Ist die Maus gut aufgetaut, dann packt man sie mit einer Pinzette am Hinterteil und hält sie der Kornnatter mit dem Kopf zuerst hin. Nach ausgiebigem Bezüngeln packt die Kornnatter die Maus und beginnt sie zu verschlingen. Das Verschlingen erfolgt durch einen schlangentypischen Mechanismus. Durch die Beweglichkeit der Unterkieferknochen gegen das Gaumendach wird durch abwechselndes Verschieben dieser Elemente die Beute langsam im Maul nach hinten geschoben.

 

Gleichzeitig spreizen sich die Unterkieferknochen immer weiter auseinander, so dass sie einen großen Trichter bilden. Ist das Beutetier an der Rachenöffnung angelangt, wird es mittels wellenförmiger Bewegungen der Wirbelsäule in die Speiseröhre bis zum Magen geschoben.

Füttert man lebendige Mäuse, dann muss die Kornnatter sie vor dem Verschlingen erst mal töten. Da die Kornnatter eine Würgeschlange ist, packt sie die Maus mit ihren Kiefer und hält sie fest. Dann umschlingt sie die Maus mit mehreren Windungen und beginnt sie zu erdrosseln. Bei jedem Ausatmen der Maus zieht sie die Schlingen fester zu. So dauert es nur ein paar Sekunden bis die Maus tot ist. Ist die Maus tot, dann bezüngelt sie die Kornnatter sorgfältig und beginnt sie mit dem Kopf voran zu verschlingen.

Totes oder lebendes Futter?

fressen fertig
Fertig gefressen
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Ob nun die Fütterung mit lebenden oder toten Futtertieren besser ist, lässt sich schwer sagen. Oft wird angeführt, dass eine lebendige Maus die Schlange verletzen könnte. Dies mag zwar schon vorgekommen sein, ist aber sehr selten. Auf alle Fälle sollte man die Fütterung überwachen. Nicht gefressene Futtertiere sollten baldmöglichst entfernt werden. Ansonsten kann es passieren, dass sie die Kornnatter anknabbern.

Ich füttere in einer Futterbox. Das hat den Vorteil, dass man genau kontrollieren kann, ob die Schlange frisst. Bei einer Fütterung im Terrarium kann es passieren, dass die Kornnatter in ihrer Fressgier Teile des Bodengrundes mit frisst, die dann zu Verstopfungen führen können. Bei Fütterung von mehreren Kornnattern kann es außerdem passieren, dass 2 Schlangen eine Maus von vorn und hinten verschlingen wollen, was dann zu Problemen führt.

Außerdem kann es passieren, dass beim Erbeuten einer lebenden Maus eine Schlange getötet wird. Wenn sie beide die Maus umschlingen, lösen sie ihren Griff erst, wenn das Beutetier nicht mehr lebt. Das heißt, die stärkere Kornnatter löst ihren Griff erst, wenn sich nichts mehr rührt. Dann sind die Maus und die schwächere Kornnatter tot.

Deshalb kommt jede Kornnatter in einen extra Futterbox. Sobald das Beutetier im Magen angekommen ist, kann man die Kornnatter wieder ins Terrarium setzen. Das sieht man, wenn die Schlange wieder züngelnd ihre Umgebung erkundet und am dicken Bauch, siehe Bild rechts.

Fütterungszeit

Kornnattern sind wechselwarme Tiere, das heißt, sie kommen erst so richtig bei Temperaturen von 25° C - 32° C in Trab. Das gilt auch für die Verdauung. Wenn man die Kornnatter schon früh füttert, wenn die Temperaturen gerade mal bei 20° C sind, dann kann sie nicht verdauen und wird das unverdaute Beutetier nach einiger Zeit wieder ausspeien. Deshalb sollte man in den späten Nachmittagstunden oder abends füttern, wenn sie schön auf Betriebstemperatur ist.

Da Kornnattern dämmerungs- und nachtaktiv sind, liegt es ebenfalls in ihrem natürlichen Rhythmus, wenn sie abends gefüttert werden. Die Menge der Futtertiere und der Futterintervall richtet sich nach dem Alter der Kornnattern. Junge Kornnattern bekommen alle 7 Tage 1 - 2 Babymäuse. Bei adulten Kornnattern kann das Fütterungsintervall auf bis zu 14 - 18 Tage ausgedehnt werden.