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Häutung der Kornnatter (Pantherophis guttatus)

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Kornnatter kurz vor der Häutung
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Wenn der Körper der Kornnatter wächst, wächst die äußere Haut nicht mit. Darum muss sich die Kornnatter wie alle anderen Schlangen ab und zu häuten. Da Jungtiere schneller wachsen als erwachsene Tiere, müssen sie sich auch öfter häuten. Jungtiere häuten sich 8 – 12 mal im Jahr. Erwachsene Kornnattern häuten sich nur alle 6 Monate.

Schlangen wachsen ihr Leben lang und daher häuten sie sich auch ihr ganzes Leben. Die Häutungsintervalle sind sehr futterabhängig. Wird viel gefüttert, wächst die Schlange schneller und muss sich öfter häuten.

Die neue Haut wächst unter der alten heran und härtet nach der Häutung aus. Als erstes sichtbares Zeichen einer bevorstehenden Häutung trüben sich die Augen ein. Zwischen der alten und der neuen Haut bildet sich ein weißlicher Flüssigkeitsfilm.

Dieser Film erleichtert das Abstreifen der alten Haut. Da auch die Hornhaut des Auges mit gehäutet wird, kann man diesen Flüssigkeitsfilm dort sehen. Außerdem verblassen jetzt die Farben der Schlange.

Jetzt sollte nicht mehr gefüttert werden. Die Häutung kostet sehr viel Kraft und es kann geschehen, dass die Kornnatter eine halb verdaute Maus während der Häutung einfach auswürgt. Meist fressen aber die Schlangen in dieser Zeit von sich aus nichts.

Während der Häutungsvorbereitung und während der Häutung sieht die Schlange schlecht, da ja das Auge von dem Flüssigkeitsfilm umgeben ist. Jetzt sollte man sie in Ruhe lassen und nicht aus dem Terrarium nehmen. Die Luftfeuchtigkeit sollte während der Häutungsphase auch stimmen. Ansonsten muss man sprühen oder eine Wetbox ins Terrarium stellen. Diese vorbereitende Phase dauert je nach Umweltbedingungen 1 – 2 Wochen.

 

Kurz vor der Häutung sieht die Kornnatter plötzlich wieder ganz normal aus. Auch die Trübung der Augen ist verschwunden. Das kommt daher, dass die Flüssigkeit, die zwischen der alten und neuen Haut war, vom Körper wieder aufgenommen wird. Damit trocknet die äußere, alte Haut aus und ist fertig zum Abstreifen.

Zum Beginn der eigentlichen Häutung reibt sich die Kornnatter mit dem Kopf an Ästen oder anderen Einrichtungsgegenständen. Nach einiger Zeit platzt die Haut am Kopf auf. Jetzt windet sich die Schlange durch Äste, Spalten oder den Bodengrund, damit die alte Haut irgendwo hängen bleibt und die Schlange aus der alten Haut raus kriechen kann. Die alte Haut nennt man Natternhemd.

Weil die Haut während der Häutung mehr oder weniger auseinander gezogen wird, ist das Natternhemd zur Längenbestimmung einer Schlange nicht geeignet. Das Natternhemd ist ca. 1,5 mal so groß wie die Schlange selbst. Allerdings kann die alte Haut mit der Methode der Schuppenzählung zur Geschlechtsbestimmung verwendet werden.

Häutungsprobleme können vielfältiger Natur sein. Häufig gibt es Probleme, wenn die Luftfeuchtigkeit im Terrarium zu niedrig ist. Besonders während der Häutung sollte man da genauer hinschauen. Wenn die Luftfeuchte zu niedrig ist, dann muss man mit Wasser sprühen oder gleich eine größere Trinkschale einsetzen, damit mehr Wasser verdunsten kann. Gute Dienste tut hier auch eine Wetbox. Eine Wetbox ist ein Gefäß, das Erde oder Moos enthält, die feucht, aber nie nass sein sollte und warm aufgestellt wird. Da kann sich die Kornnatter darauf legen, wenn sie mal mehr Feuchte braucht.

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Natternhemd einer Kornnatter
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Ab und zu kann es passieren, dass sich die Kornnatter nicht richtig häutet. Dann bleiben Fetzen der alten Haut hängen. Dann sollten die Haltungsbedingungen überprüft werden. Sind die Klimadaten im Terrarium in Ordnung und die Schlange häutet sich trotzdem permanent nicht richtig, dann muss sie auf Krankheiten untersucht werden.

An den Stellen, die nicht mitgehäutet wurden, müssen die alten Hautreste entfernt werden. Es können sich Pilze und Bakterien unter den alten Hautfetzen festsetzen. Dadurch können Hautkrankheiten ausgelöst werden. Dazu wird die Schlange 2-3 Stunden gebadet. Anschließend lässt man sie durch ein trockenes Handtuch kriechen, welches man leicht mit der Hand zusammen drückt.

Durch die Reibung lösen sich die feuchten alten Hautreste. Falls dies nicht funktioniert, kann man die alten Hautreste ganz vorsichtig mit einer Pinzette abziehen. Die alte Haut sollte nie trocken entfernt werden, da sie stark am Untergewebe klebt und man die Schlange verletzen kann.

Wenn sich die Schlange nicht häutet, obwohl die Anzeichen wie trübe Augen zu sehen waren, dann besteht Erstickungsgefahr. Die alte Haut wird steif und trocken und die neue Haut darunter kann nicht atmen. Wenn die Haut einmal abgestoßen ist und sich der weißliche Flüssigkeitsfilm gebildet hat, muss die Häutung unter allen Umständen auch durchgeführt werden.