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Terrarium für Kornnattern (Pantherophis guttatus)

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Anfangsterrarium für eine Kornnatter
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Kornnattern sind zwar sehr anspruchslos in der Haltung, jedoch sollte man ihnen trotzdem ein entsprechend großes Terrarium bieten. Das Terrarium sollte mit der Schlange mitwachsen. Es bringt nicht viel, wenn man eine kleine Kornnatter gleich in das Endterrarium setzt.

Das Endterrarium für eine Kornnatter sollte immerhin 120 cm x 60 cm x 120 cm (LxBxH) betragen. Zum Einen tut man sich unheimlich schwer beim Suchen von so einem kleinen Wurm in dem großen Kasten, zum Anderen entstehen unnötige Heizkosten. Für ein Jungtier von 40 cm Länge reicht erst mal ein Terrarium von der Größe 80 cm x 40 cm x 40 cm (LxBxH) vollkommen aus (siehe Bild).

Solch kleine Terrarien kann man aus Glas selber bauen, während man für das Endterrarium lieber Holz nehmen sollte. OSB - Platten haben sich da sehr bewährt. Ein Holzterrarium isoliert viel besser als Glas und man kann da einiges an Heizkosten sparen. Beim Glasterrarium sollten 2 Lüftungsöffnungen vorgesehen werden. Eine sollte vorn unten und die andere hinten oben sein. Somit wird ein guter Luftaustausch gewährleistet.

Der Bodengrund besteht aus Rindenstückchen, in die sich die Kornnatter auch mal verstecken kann. Man kann aber auch Terrarienerde nehmen oder verschiedene Bodengründe im Terrarium anbieten. Eine Ecke sollte immer feucht sein, der Rest trocken. Die Luftfeuchte sollte zwischen 50 % und 70 % betragen. Dies erreicht man durch die Teilfeuchte des Bodengrundes oder durch regelmäßiges Besprühen.

 

Bepflanzen kann man das Terrarium mit künstlichen oder natürlichen Pflanzen. Künstliche Pflanzen haben den Vorteil, dass sie absolut keine Pflege brauchen. Natürliche Pflanzen bedürfen da schon etwas mehr Pflege. Sie haben aber den großen Vorteil, dass sie die Luftfeuchte nicht so schnell absinken lassen. Außerdem sieht durch das Wachsen der Pflanzen das Terrarium nicht immer nur gleich aus.

Ich bevorzuge natürliche Pflanzen, auch wenn sie etwas mehr Arbeit machen. Eine weitere Möglichkeit, die Luftfeuchte anzuheben ist eine Wetbox. Dies ist ein Versteck oder Behälter mit feuchtigkeitsspeicherndem Substrat, zum Beispiel Moos. Ich habe einen Blumentopf mit Seramis, das immer feucht ist. In dem Blumentopf ist eine Pflanze eingepflanzt, die hervorragend wächst, siehe hier.

Heizung und Beleuchtung des Terrariums

Die Temperaturen im Terrarium einer Kornnatter sollten tagsüber zwischen 24 und 30° C (Sonnenplatz auch bis 32° C), nachts um die 20° C betragen. Tagsüber

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Halogenlampe mit Schutzkorb
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sollte ein Temperaturgefälle herrschen. Dies erreiche ich, indem ich einen Halogenstrahler dezentral an der Decke anbringe. Bei größeren Terrarien muss man dann mit mehreren Strahlern arbeiten.

Die Stärke und Anzahl der Strahler muss man erst mal im unbesetzten Terrarium testen. In dem oben beschriebenen Terrarium 80cm x 40 cm x 40 cm reicht ein 35 W Strahler, im Sommer ein 20 W Strahler aus. Damit ist es auf dem Boden direkt unter dem Strahler 32° C, am entferntesten Punkt vom Strahler 24° C warm. So kann sich die Kornnatter die Temperatur raussuchen, die sie gerade mag.

Die Versteckmöglichkeiten sind ebenfalls auf verschiedene Temperaturzonen verteilt. Der Halogenstrahler dient auch gleichzeitig der Beleuchtung des Terrariums. Falls die Pflanzen damit nicht wachsen, kann man auf das Terrarium noch eine kleine Leuchtstofflampe basteln. Von diversen Heizmatten unter dem Terrarium halte ich überhaupt nichts. In der Natur kommt die Wärme auch nur von oben.

Bei Verwendung von Halogenstrahlern oder anderen heißen Wärmequellen ist unbedingt eine Abdeckung vorzusehen. Ansonsten kann es passieren, dass sich die Kornnatter nachts um den Strahler herumwickelt und früh nach dem Einschalten nicht früh genug bemerkt, dass das Ding heiß wird. Da kann sie schwere Verbrennungen davontragen. Die Maschenweite des Schutzkobes muss natürlich so klein sein, dass die Kornnatter garantiert nicht rein kriechen kann, ansonsten kann der Schutzkorb zur Todesfalle werden.

Einrichtung des Terrariums

Ein Wassernapf sollte in keinem Terrarium fehlen. Dieser kann auch etwas größer ausfallen, damit die Kornnatter auch mal darin baden kann. Das Wasser muss natürlich regelmäßig gewechselt werden. Weiter sollten verschiedene Versteckmöglichkeiten in verschiedenen Wärmezonen angeboten werden. Gerade junge Kornnattern liegen fast den ganzen Tag in einem Versteck und kommen erst abends wieder heraus.

Da die Kornnatter eine Kletternatter ist, braucht sie vielfältige Möglichkeiten zum Klettern. Dies können Äste oder auch Wurzeln sein, aber auch eine entsprechend gestaltete Rückwand kommt dem Klettertrang der Kornnatter entgegen. Dabei sollte man aber beachten, dass keine scharfen Kanten entstehen. Auch sollten die Äste und Wurzeln fest stehen, damit nicht ein umstürzender Ast die Kornnatter einklemmen kann.

Eine entsprechend gestaltete Rückwand hat nicht nur einen optischen Reiz. Gerade bei Glasterrarien wirken Rückwände und Seitenwände aus Styropor sehr wärmedämmend. Styropor lässt sich hervorragend bearbeiten. Für die Rück- und Seitenwände habe ich 2 cm starke Styroporplatten verwendet. Darauf habe ich mit Heisskleber Liegeflächen aus Styropor geklebt. Anschließend wurde das Ganze mit einem Lötkolben und einer Heissluftpistole etwas in Form gebracht, damit es nicht so glatt und unnatürlich aussieht.

Zum Schluss werden die Wände mit Fliessenkleber 2 - 3-mal bestrichen. Beim letzten Anstrich kann man noch etwas Abtönpaste seiner Wahl zufügen, so dass das Ganze eine natürliche Farbe erhält. Man kann auf den noch nassen Fliesenkleber auch Sand streuen, der dann haften bleibt. Nach dem Einbau der Wände werden die Ritzen noch mit Silikon gefüllt (gibt es auch in einigen Farben).

Ein Thermometer und ein Hygrometer sollten auch in keinem Terrarium fehlen. Allerdings sind die billigen Geräte oft nicht sehr genau. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man mit einem guten Gerät die Feuchte und Temperatur messen.Das Terrarium ist 2-mal jährlich zu säubern. Dazu nimmt man die Einrichtungsgegenstände heraus und säubert sie mit kochendem Wasser. Der Bodengrund wird komplett gewechselt. Der Kot ist regelmäßig zu entfernen.

Noch ein Wort zur Ausbruchsicherung. Kornnattern sind wahre Ausbruchskünstler. Sie finden jede Lücke um zu flüchten. Wo der Kopf durch passt, passt auch die ganze Schlange durch. Wenn man Schiebescheiben verwendet, die in Profilen laufen, reicht der Spalt zwischen den Scheiben schon bei kleineren Kornnattern aus, um zu flüchten. Ich habe da ein Aluprofil an eine Scheibe geklebt, so dass nur noch ein minimaler Spalt bleibt. Fallscheiben sind da schon sicherer (werden zum Öffnen nach oben herausgezogen). Allerdings haben sie den Nachteil, dass sie beim Hantieren im Terrarium komplett herausgezogen werden müssen, weil sie ja sonst wieder runterknallen.